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12 Tipps gegen Flugangst

Die Angst vor dem Fliegen ist etwas, dass uns schon von Anfang an begleitet. Seit es Flugzeuge gibt, ist die Angst vor ihnen weit verbreitet. So gehen wir am besten dagegen vor.

Die Angst vor dem Fliegen ist etwas, dass uns schon von Anfang an begleitet. Seit es Flugzeuge gibt, ist die Angst vor ihnen weit verbreitet. So gehen wir am besten dagegen vor.

flugangst tippsSymptome vor dem Flug

Es kommt sehr häufig zu der Angst vor der Angst, schlaflose Nächte und Katastrophengedanken nehmen zu. Negative Fokussierung und Interpretationen von Horror-Szenarien werden immer mehr. Wir steigern uns in eine Angst, die wirklich unbegründet ist. Ja, natürlich können Dinge geschehen, aber die Wahrscheinlichkeit wird falsch bewertet.

Symptome während des Fluges

Wir steigern uns auch körperlich hinein durch Schweißbildung, Atemnot, Hyperventilation, Kopfschmerzen und Muskelverspannungen. Je näher das Ereignis rückt, desto schlimmer wird es.

Wovor haben wir wirklich Angst?

Die Angst vor dem Tod als Basis ist bei jeder Angst anwesend. Hinzu kommen Ängste vor den Auswirkungen der Symptome. Herzrasen kann zum Infarkt führen, der Schlaganfall kann kommen und viele andere Szenarien mehr. Es geht dabei um die Angst vor der Höhe, den Turbulenzen, der Enge, dem Eingesperrt sein. Das sind unangenehme Dinge, denn wir verlieren die Kontrolle und meinen, keinen Einfluss zu haben, wenn der Katastrophenfall einsetzt. Nachrichtensendungen, die über Abstürze berichten, schüren es und Filme, Hörspiele oder auch Witze machen es immer schlimmer. Wir steigern uns immer weiter hinein.

Was steckt dahinter?

Je älter wir werden, desto ängstlicher werden wir auch. Wir haben Stresserlebnisse, die uns prägen.  Ängste, die wir entwickeln, übertragen wir auf die Flugangst. Wir verunsichern uns, informieren uns nicht, sondern die Angst nimmt zu. Dazu braucht es irgendwann keinen Grund mehr. Enge, Auto fahren, Tunnel, Autowaschanlagen, Aufzüge – alles sorgt dafür, dass auch im Flugzeug die Angst zunimmt. Wir fühlen uns eingeengt, glauben die Kontrolle zu verlieren, sind scheinbar ausgeliefert.

Diese Angst ist oft der Schlüssel, denn wir haben eine echte Bedrohung erlebt. Oft geschah dies als Kind und wird heute von uns bagatellisiert. Es kann auch in der Pubertät liegen oder in Verkettungen von Wahrnehmungen, die später folgten. Möglich ist es auch, eine Mischung dieser Möglichkeiten als Grundlage zu haben. Echte Bedrohungen von Leib und Leben sind nicht ausreichend verarbeitet und wir weiten die daraus resultierende Angst aus und geraten immer mehr in Angst und Panik. Diese Ursprungs-Ängste aufzulösen muss ein wichtiges Ziel sein, wenn es sich nicht leicht auflösen lässt.

Turbulenzen irritieren unseren Gleichgewichtssinn und damit uns. Wir interpretieren jedes Geräusch und jede Bewegung. Da diese Bewegungen unerwartet sind und die Geräusche nicht bekannt, sind wir verunsichert und nähren die Angst.


Hier zwei interessante Videos dazu:

1. So klingt es in einem Flugzeug

2. Das passiert, wenn eines oder alle Triebwerke ausfallen:


Triebwerksausfälle kommen fast nicht vor. Die Triebwerke werden so optimiert und weiterentwickelt, dass sie trotz enormen Anforderungen fast niemals ausfallen. Die Wartung der Triebwerke ist niemals nur einem Menschen überlassen, sondern immer mehreren und diese werden wieder von mehreren Menschen kontrolliert. Zudem werden sie per Satellit permanent überwacht.

Ein Flugzeug kann ohne jede Triebwerksleistung noch ca. 200 km lang gleiten, wenn alle Triebwerke ausfallen sollten. Triebwerke sind nicht erforderlich, um zu fliegen, wenn wir oben sind, sondern nur, um schneller voranzukommen.

So kann ich vorgehen. Diese 12 Tipps helfen den meisten Menschen:

  1. Informiere Dich besser über die Technik und die Geräusche im Flugzeug. Lerne kennen, wie die wichtigen Teile einer Maschine wirklich klingen. Sie verlieren die Bedrohung, die sie sonst in Deiner Wahrnehmung bekommen.
  2. Plane und packe zeitig. So erwarten Dich keine zusätzlichen Stressfaktoren. Du bist schon in einer besonderen Situation. Die gilt es zu entspannen.
  3. Nimm etwas mit wie Baldrian oder Rescue Tropfen. Du kannst sie jederzeit nehmen, gerne auch vorbeugend. Alleine schon die Verfügbarkeit hat eine beruhigende Wirkung. Medikamente oder Alkohol lösen oftmals genau das Gegenteil von dem aus, was wir erreichen wollen. Vor allem Alkohol oder sogar Drogen haben eine Wirkung, die umschlagen kann oder dazu beitragen kann, die Situation anderweitig deutlich zu verschlimmern. Die Höhen- und Druckverhältnisse tragen dazu bei, dass Medikamente und Alkohol ganz anders wirken. Die Einnahme erhöht zudem die Hilflosigkeit, die wir empfinden.
  4. Übe die 4-7-8 Atmung (Video ansehen: So geht die 4-7-8 Atmung!) gut ein, damit Du sie vor dem Flug und am Anfang des Fluges nutzen kannst. Ebenso helfen Meditationen Dir gut weiter oder Hypnose bzw. eine persönliche Hypnose CD / Datei. Gerade im Flugzeug kann eine CD oder Datei helfen und ist besser als ein Buch oder Script.
  5. Werde Dir Deiner Stärken bewusst. Mit einer auf Dich abgestimmten Meditation startest Du gut. Hier kann es auch helfen, Dinge vor den Flug zu terminieren, die zu Dir und Deinen Stärken optimal passen. Mache genau das vor dem Flug, was besonders schön ist. Lege auch direkt danach einen schönen Termin und sorge für ein positives Erlebnis nach dem Flug.
  6. Gesund gesättigt starten – nicht überfressen und nicht zu viel ungesundes Essen zu Dir nehmen. So fühlt sich der Magen-Darm Trakt besser.
  7. Setze Dich vielleicht in die Mitte des Flugzeugs – in den Gang. Du fühlst Dich freier und hast leichteren Zugang zur Mitte. Am Flügel ist die geringste Bewegung im Flugzeug – und eine Reihe 13 gibt es aus Aberglauben eigentlich nie in einem Flugzeug.
  8. Du solltest geerdet sitzen, gerade und mit den Füßen fest auf dem Boden. Die Technik des Modellierens aus dem NLP kann hier helfen. Wir können uns in Gedanken mit Menschen, Helden oder Sagenfiguren verbinden und etwas tun, das uns mit ihnen verbindet. Wir spüren hinein, wie es ist, Batman oder Robin Hood zu sein. Wenn wir uns darauf einlassen, werden wir stärker, so stark wie unser Held.
  9. Erlaube Dir und Deinem Körper, dass Du offen und sensibel sein darfst. Mache Dir bewusst, dass Du die Geräusche und Bewegungen vielleicht falsch einschätzt. Es ist okay, sich anders zu fühlen. Nimm es an. Erlaube Deinem Körper, nach Belieben zu reagieren. So bekommst Du genau das, was Du möchtest – die Kontrolle.
  10. Sorge für Ablenkung und beschäftige Deine Sitznachbarn – gerne mit Hinweis darauf. Sprich auch gerne mit dem Bordpersonal.
  11. Fluggesellschaften bieten Flugangst Seminare an, denn Sie möchten Dir helfen, Deine Angst in den Griff zu bekommen. Ebenso kann ein Flugsimulator hilfreich sein.
  12. Setze es in die Praxis um und teste in Aufzügen und Tunneln – in professioneller Begleitung die Erlebnisse um. Hier kann man durch gezielte Übungen daran arbeiten, das Erleben dann zu reduzieren.

Video: Einschlaf-Hypnose

Wichtig ist es aber auch, es nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, wenn die Belastung steigt. Manchmal reicht ein kleines Coaching oder eine Hypnose schon aus, manchmal braucht es etwas mehr Arbeit – eine Therapie oder eine intensivere Behandlung. Was auch immer – wir sollten so früh wie möglich beginnen, uns davon zu lösen, was uns belastet, da es sonst mehr wird. Wir dürfen uns aber wirklich von unseren Ängsten und Sorgen lösen. Es geht, wenn wir bereit dazu sind – egal ob sehr schnell oder mit etwas Zeit. Ein glückliches Leben ist immer möglich, wenn wir uns darauf einlassen können, daran zu arbeiten.

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Ein Gedanke zu „12 Tipps gegen Flugangst

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