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Wie mein inneres Kind zu mir spricht

Das innere Kind? Oft lesen und hören wir vom inneren Kind. Wie spricht es zu mir und was sagt es mir? Wenn Du ihm zuhören lernst, wirst Du wissen, wie Du Dein Leben verändern kannst.

Das innere Kind? Oft lesen und hören wir vom inneren Kind. Wie spricht es zu mir und was sagt es mir? Wenn Du ihm zuhören lernst, wirst Du wissen, wie Du Dein Leben verändern kannst.

Wie mein inneres Kind zu mir spricht


Was ist das innere Kind?

Das innere Kind sind innere kindliche Anteile. Es geht nicht um eine Persönlichkeitsstörung. Keine Sorge – der Dialog mit unseren inneren kindlichen Anteilen oder anderen Persönlichkeitsanteilen ist kein psychisches oder neurologisches Problem und nicht krank – es kann oft eine Lösung sein. Das innere Kind ist dabei einer der wichtigsten Anteile überhaupt. Es steht für die inneren Anteile, die uns im jeweiligen Lebensalter ausgemacht haben und das, was zu dieser Zeit wichtig gewesen ist. Kindesmissbrauch ist natürlich hierbei ein Thema, aber es geht noch um vieles mehr, das weit weniger dramatisch erscheint.

Phasen der Entwicklung / wichtige Phasen der Kindheit

Nicht nur von der Arbeit nach Sigmund Freud wissen wir vieles über die kindlichen Phasen und benutzen es noch heute. Zudem sind aber auch andere Dinge wichtig. Störungen in einer Phase führen laut Freud zu lebenslangen Konflikten, was durchaus richtig und zutreffend ist, wie wir heute noch glauben.

Orale Phase (1. Lebensjahr)

Wir erkunden die Welt mit unserem Mund und möchten auf diese Art auch Erfahrungen sammeln, beim Stillen oder beim Nuckeln am Fläschchen. Alles, was man mit dem Mund machen kann, verschafft Babys Lust und dient gleichzeitig der Spannungsreduktion, daher auch das lutschen oder nuckeln am Daumen. Die Mutter-Kind-Bindung ist hier extrem wichtig und wir bilden unser Urvertrauen. Sollten hier Bezugspersonen wegfallen oder sorgt man sich nicht richtig um das kleine Baby, so entwickelt sich kein Urvertrauen / es wird nachhaltig gestört.

Anale Phase (2. bis 3. Lebensjahr)

In der Regel lernen Kinder zwischen zwei und drei Jahren ihre Ausscheidungen zu kontrollieren. Das "Lustzentrum" (dies sollte nicht missverstanden werden) verschiebt sich: Die Kontrolle über den eigenen Körper, wie beispielsweise durch das Einhalten und Ausscheiden von Urin und Kot, wird als sagenhafte Veränderung empfunden. Wir kommen jetzt zum ersten Mal mit etwas in Kontakt, das wir beherrschen und interagieren mit der Umwelt, wodurch wir die ersten Regeln lernen. Wir lernen die Abgrenzung und „Nein“ zu sagen. Hier ist unsere „Trotzphase“. Unsere Kommunikation entsteht und die Spiegelneurone entwickeln sich am Ende dieser Phase, wodurch wir die Gefühle unseres Gegenübers verstehen lernen.

Phallische Phase (3. bis 6. Lebensjahr)

Nun entdeckt das Kind seine Geschlechtsorgane, zeigt sie auch gerne und empfindet die Beschäftigung damit als lustvoll (immer noch bezogen auf die kindliche Sexualität). Hier entsteht die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen wird wahrgenommen, der vorher noch irrelevant war. Nach Freud beginnen Jungen in dieser Phase, den Vater als Konkurrenten um die Gunst ihrer Mutter anzusehen. Jungen entwickeln unbewusst – so sagte Freud – die "Kastrationsangst", die mögliche Wegnahme der Mutter durch den Vater. Zumeist gehen Jungen hier über, das „Mann sein“ zu erkunden. Bei Mädchen verhält es sich laut Freud in dieser Phase ähnlich. Sie eifern der Mutter nach, weil sie gegen die Mutter im Buhlen um den Vater nicht ankommen. Angeblich kommt es hier zum sogenannten Penisneid, wodurch die weibliche Geschlechterrolle angenommen werden kann.

Latenzphase (7. bis 11. Lebensjahr)

Hier entspannt die Entwicklung ein wenig. In der Regel finden kaum wichtige Prägungen statt. Die eine Lebenszeit ist abgeschlossen und die Pubertät ist noch nicht angekommen. Es ist die unbeschwerteste und problemloseste Zeit der Kindheit. Das Erlebte der bisherigen Phasen wirkt in der Latenzphase noch nach. Das Kind kommt zur Ruhe und die frühkindliche Sexualität schlummert wieder im Unterbewusstsein. Nun beginnen die sozialen Themen in den Mittelpunkt zu kommen. Durch die Schule lernen wir, dass es auch ein Leben außerhalb der Familie gibt – unsere Beziehungen entwickeln sich stark. Hier verstehen wir erst die Entwicklung von Beziehungen zwischen anderen Menschen, was uns vorher nicht klar war. Daher beziehen wir alle bisherigen Ereignisse auf uns, was wir nun erst zu relativieren lernen.

Genitale Phase (12. bis 18. Lebensjahr)

Die Pubertät beginnt und die letzte anstrengende Phase kindlicher Entwicklung zeigt sich. Wir entdecken unsere Sexualität und möchten sie ausleben, wir nähern uns dem anderen oder dem eigenen Geschlecht. Hier geht es zudem um das Finden der eigenen Geschlechterrolle als Frau oder Mann. Wir entscheiden hier, ob wir in die „Fußstapfen“ von Vater oder Mutter treten möchten. Alternativ wird oftmals eine vollkommen andere Variante des Rollenverständnisses gelebt. Laut Freud können nur diejenigen Jugendlichen, die in dieser Phase aufsässig und rebellisch waren, zu selbstständigen, selbstbewussten und eigenverantwortlich handelnden Erwachsenen werden. Daher ist dies – wenngleich für Eltern sehr anstrengend – wohl sehr wichtig für die Entwicklung. Jugendliche entwickeln in dieser Phase das Gefühl der „Unsterblichkeit“, dass sie alles verändern und "die Welt aus den Angeln heben" können. So machen sie eigene Erfahrungen, an denen sie wachsen. Diese sind wichtig für unser Leben und normalisieren sich dann wieder im beginnenden Erwachsenenalter.

Wie mein inneres Kind zu mir spricht

Das innere Kind / meine inneren Kinder kommunizieren im Alltag mit mir. Wir erleben Störungen und Hinweise, die wir deuten können, wenn wir auf die Besonderheiten sowie das Verhalten der einzelnen Phasen achten und schauen, welche Erlebnisse in dieser bzw. der vorangegangenen Lebensphase wichtig / entscheidend / besonders waren.

Orale Phase: Hier zeigen sich Süchte als Ersatzbefriedigung, um in der oralen Phase erlebte Defizite auszugleichen. Die Geburt alleine schon ist ein massives Erlebnis, was uns wirklich verschrecken kann, auch als Erwachsene. Der Anfang des Lebens ist ein intensives Erlebnis und wir brauchen es, umsorgt zu werden, sonst suchen wir uns Ersatz dieser Zuwendungen und des Gefühls des Verlassenwerdens – es entstehen Essstörungen, Rauchverlangen, Alkoholabhängigkeit, Drogensucht, falsche Sexualität, Eifersucht sowie andere Süchte.

Anale Phase: Hier bildet sich nach Freud die Grundlage für einen Zwangscharakter. Diese Menschen sind in ihrem Leben sehr auf die Erfüllung der Erwartungen von außen an sich bedacht und handeln oftmals autoritär. Es wird auf Reinlichkeit und Ordnung vermehrt Wert gelegt und man kann oftmals auch Geiz beobachten. Grenzen setzen und Kontrolle sind  massive Themen. Wir schaffen es nicht, uns abzugrenzen und ziehen uns oftmals massiv zurück oder preschen nach vorne. Beides geschieht, damit wir uns besser abgrenzen können – zumindest erhoffen wir dies.

Phallische Phase: Der Ödipus-Komplex kann hier entstehen, also der übermäßige Bezug auf die Mutter. Wir lehnen uns und unseren Körper ab. Wir sind nicht Mann oder Frau genug, nicht attraktiv und nicht begehrenswert. Entwicklung ist nicht linear, sondern ganz individuell. Brust, Penis und Schambereich gehören eben auch zu dem, was sich unterschiedlich entwickelt. Dabei möchten wir nichts mehr, als dem Durchschnitt entsprechen. Dies kann uns aber kaum gelingen und wenn, kann auch das nicht gut genug sein. Wir sind sehr sensibel und die Zuwendung der Eltern hilft hier auch oftmals nicht weiter, da wir die Bestätigung von Gleichaltrigen benötigen. Es ist aber sehr schwer zu kommunizieren und wir verstehen nicht, was da vorgeht. Wir entdecken die Geschlechtertrolle, aber haben an sich noch keinen Gedanken an Sexualität / Intimität. Kommt es in hier zu Störungen, äußert sich dies nach Freud vor allem später in einer verklemmten Sexualität, weil man sich selbst nicht richtig annehmen/akzeptieren kann.

Vor der Latenzphase: Hier haben wir kein Verständnis für das Miteinander anderer Menschen. Viele Prägungen, die wir vorher erlebt haben, sind aus der Oralen, Analen oder Phallischen Phase. In den ersten sieben bis acht Lebensjahren verstehen wir das soziale Miteinander anderer Menschen nicht. Daher zeigen sich hier vor allem Schuldgefühle sowie das Gefühl, nicht auszureichen. Wir sind an allem Schuld – auch an unserer Existenz oder auch der Trennung / Scheidung unserer Eltern. Wer sich ungeliebt, nicht angenommen und abgelehnt fühlt, der hat oftmals in den ersten drei Phasen Dinge erlebt, die er / sie als Kind auf sich bezogen hat, wodurch Schuld in uns erzeugt wird – auch wenn es uns nicht betrifft. Als Erwachsene versuchen wir oftmals, dies wegzuwischen, was uns aber nicht gelingt. Der noch so erwachsene Mensch kann es nicht durch Erklärungen wie „sie konnten nicht anders / wussten es nicht besser“ klären.

Latenzphase: Soziale Schwierigkeiten zeigen sich hier möglicherweise, vielleicht auch weil die Loslösung von Zuhause durch Besitzansprüche des allein lebenden Elternteils nicht möglich war. Wer schwer Kontakte aufbauen kann oder destruktive Beziehungen erlebt, der könnte in dieser Phase entsprechende Erfahrungen gesammelt haben.

Genitale Phase: Treten in der genitalen Phase Störungen auf, kann das laut Freud dazu führen, dass der Mensch nie richtig erwachsen wird und keine Verantwortung für sich und andere übernehmen kann. Die Gestaltung des eigenen Lebens fällt ihm in diesem Fall schwer. Ebenso können schwer Zuversicht sowie positives Denken entwickelt werden.

Übrigens: Am 20. September ist Weltkindertag – aber nicht der einzige Tag, an dem wir Kind sein dürfen sowie unseren Kindern Gutes tun dürfen – den unseren und unseren inneren Kindern.

Hypnose kann Dir helfen, Dein inneres Kind zu verstehen und die offenen Wunden im Herzen zu heilen.

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